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Stubenrein II

Stubenrein II

Es gibt Situationen und Momente, in denen ein Welpe praktisch immer "muss": Nach dem Schlafen und nach dem Fressen (gilt nicht, wenn ständig Futter zur Verfügung steht). Wenn Ihr Kleiner also in seinem Laufstall langsam aufwacht, dann streicheln Sie ihn darin ein bisschen (angenehme Verknüpfung zum Laufstall) und wenn er richtig wach ist, tragen Sie ihn direkt nach draußen. Dort bleiben Sie so lange, bis er etwas gemacht hat. Achtung: manche Welpen setzen Kot und Urin in Etappen ab! Wenn der Hund nach seinem Geschäft anfängt, ein bisschen zu Spielen, lassen Sie ihn. Er soll nicht mit dem Urinieren verknüpfen, dass er direkt danach wieder rein muss. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall des ängstlichen Welpen oder des Regen- und Kältehassers der direkt nach dem ersten Bächlein wieder zur Tür läuft, obwohl er noch einen Riesenhaufen zu machen hat. Ihn muss man liebevoll zum Weiterschnüffeln animieren.

Bestimmte Zeiten

Für die Nacht gelten etwas abgewandelte Regeln. Der Welpe soll lernen, dass er nachts in seinem Laufstall nicht unter Blasendruck leiden muss, die Nacht aber auch keine Zeit zum Spielen oder Schmusen ist. Verleiten Sie Ihren Hund nicht dazu, Sie nachts zu wecken, damit Sie ein bisschen nett mit ihm sprechen! Wenn der Welpe nachts in seinem Laufstall jammert, dann tragen Sie ihn liebevoll aber wortlos hinaus, loben ihn wie immer für sein Geschäft und tragen ihn dann direkt wieder hinein. Hilfreich ist dabei, so wenig Lichtquellen wie möglich einzuschalten, damit der Bursche genau so schläfrig bleibt wie Sie. Denken Sie nachts bitte nicht "Der kann nicht schon wieder pinkeln müssen, er war doch erst vor einer halben Stunde!". Er kann schon wieder pinkeln müssen! Schließlich stellt sich sein Organismus gerade erst auf eine aktive Blasenkontrolle ein. Und wenn er doch nur Langeweile hat, dann soll er lernen, dass er nachts nur nach draußen kommt wenn er jammert und sonst nichts. Die Nacht ist zum Schlafen, - nicht zum Spielen. Im Übrigen neigen Welpen nicht dazu, zu jammern, wenn ihnen nicht wirklich etwas fehlt. Ein Hund ist geistig überhaupt nicht in der Lage, den Menschen "zum Narren zu halten". Sie müssen das verinnerlichen! Denn wenn Ihr Hund Ihre Wut spürt, die Sie sonst haben, wenn er das dritte Mal nachts raus muss, machen Sie alles nur schlimmer, denn der Welpe verknüpft: wenn ich "muss" ist Herrchen wütend. Wenn Ihr Welpe nachts viel jammert, überprüfen Sie bitte folgende Bedürfnisse: Ist er nah genug beim Rudel? Hat er es warm genug? (Zugluft!) Hat er Durst? Haben sie vergessen ihn abends zu füttern? Manchmal hilft der Knochen zum "Knabbern" bis der Welpe wieder einschläft.

Nachts

Wie geht es nun weiter, wenn der Welpe tagsüber in der Wohnung freien Auslauf hat? Denn den sollte er unbedingt haben. Er muss sich sein neues Heim erschnüffeln und sich auch mit Ihnen vertraut machen. Zu Anfang werden immer wieder "Unfälle" passieren. Der Welpe hat nicht den blassesten Schimmer davon, dass das Pinkeln auf den Wohnzimmerteppich nicht gut ist. Er wird es tun !!! Halten sie den Eimer mit Schwamm und Essigwasser bereit. Das Entscheidende ist, dass Sie dabei sind, wenn es passiert. Ohne ihn zu heftig zu erschrecken, nehmen Sie den Welpen mit einem entschiedenen "Nein!" mitten im Geschäft hoch und tragen ihn unverzüglich hinaus. Wenn er dann draußen (nach geraumer Zeit, denn der Welpe hat sich erschreckt und erst mal "zu" gemacht) sein Bächlein zu Ende macht, loben sie ihn sehr liebevoll. Er verknüpft nach einigem Üben: Auf den Teppich machen ist blöd, - in den Garten machen ist schön. Es muss also für den Hund jedes Mal spürbar unangenehm sein, wenn er in die Wohnung uriniert. Hier müssen Sie die Waage halten. Sie dürfen ihn nicht schockieren, ihm keinesfalls wehtun oder z. B. schimpfen, wenn die Tat schon längst erledigt ist. Wenn er Panik vor dem Pinkeln in Ihrer Gegenwart bekommt, dann wird er "heimlich" sein Pipi und Größeres in irgendwelchen versteckten Ecken der Wohnung machen. Dies ist oft ein großes Problem bei Hunden, die aus schlechter und grausamer Haltung geholt wurden, wo das Urinieren im Haus hart bestraft wurde. Bei selbstsicheren, wenig schreckhaften Welpen, die sich schon etwas eingewöhnt haben, kann man gut ein lautes Geräusch erzeugen (z.B.Plastikflasche mit Steinchen fallen lassen), wenn der Hund in der Wohnung pinkelt ("indirekte Strafe"). Bei einem verzagteren Welpen reicht ein scharfes "Nein" vollkommen aus. Fast alle Welpen sind aber verzagt, wenn sie plötzlich in eine vollkommen fremde Umgebung mit fremden Menschen, weg von Mutter und Geschwistern kommen; also holen sie den Topfdeckel erst raus, wenn nichts anderes hilft. Das Allerwichtigste ist, dass das "Nein" und das Hinaustragen mitten in die Tat des Urinierens oder Kotens hinein passiert. Der Hund kann nur verknüpfen, wenn Reiz und Reaktion gleichzeitig geschehen. Deshalb ist es auch so wichtig, den Kleinen ständig im Auge zu behalten, denn er könnte sonst folgende Verknüpfung herstellen: in der Nähe des Menschen ist Pinkeln unangenehm, im Nebenzimmer aber sehr schön erleichternd. Genau so wichtig ist, dass Sie seine Draußen-Geschäfte registrieren, denn der Hund soll lernen, dass es gut ist, draußen zu pinkeln, ja, so gut, dass man dafür sogar gelobt wird! Noch einmal an dieser Stelle: Es reicht nicht, zitternd und angenervt in der Kälte stehend, dem Welpen ein beiläufiges "braver Hund" zuzuflüstern, sondern: Stimme hoch und: "ja, Du bist aber ein feiner Pipi-Macher". Unsere Erfahrung ist, dass alle "Unfälle", die nach drei Tagen Stubenreinheits-Training noch auf unserem Fußboden landeten, die Tat definitiv hätte vorausgesehen werden können, wenn wir aufgepasst hätten! Mit anderen Worten: Wir haben gepennt und übersehen, dass ein Welpe zur Haustür lief, sich zum Hochheben brav vor einen hin setzte oder seine welpentypischen "Ich-muss-jetzt-Pipi-Kreise" drehte. Wir haben bei der Ankunft von Besuch nicht daran gedacht, dass die Kleinen bis eben geschlafen haben und eigentlich sofort hinaus gemusst hätten. Wir haben uns nach ein paar Tagen auf unseren Lorbeeren ausgeruht und die Kleinen zu lange aus den Augen gelassen. Fazit: Die Welpen haben gemerkt, dass ihre Signale auf einmal nicht mehr beachtet wurden. Ein Hund im Alter von acht bis zwölf Wochen kann schnell lernen. Aber er ist körperlichen und emotionalen Gegebenheiten unterworfen. Auch wenn er schon gelernt hat, dass er für seine Geschäfte nach draußen muss, ist er manchmal so aufgeregt, dass es ihm einfach passiert. Auch Angst und Anspannung spielen eine große Rolle. Bis so ein kleines Kerlchen in seinem neuen Zuhause Vertrauen gefasst hat und Geborgenheit spürt, vergehen ein paar Tage. In diesen Tagen steht der Hund unter Stress. Besonders draußen, wo immer wieder fremde Geräusche, Gegenstände, Leute sind, ist der Welpe oft unfähig sich so zu entspannen, dass er in Ruhe seine für ihn so wichtige Verrichtung erledigen kann. Er braucht viel Zeit und er braucht einen geduldigen Menschen!Und noch etwas wird sehr häufig fehlinterpretiert: Viele Welpen machen etwas Pipi, wenn Besuch kommt und sie ihn wedelnd im Flur begrüßen. Es wird dann oft angenommen, der Hund würde vor Freude pinkeln. In der Regel pinkelt er aber aus Furcht! Der kleine Welpe ist ja nun in einer komplett ungewohnten und damit für ihn potentiell gefährlichen Umgebung. Jeder neue Ankömmling, der so viel größer und mächtiger ist als er, muss mit Unterwerfungsgesten (starkes Wedeln, Ducken, Urinieren) davon abgehalten werden, dem kleinen Hund etwas zu tun. Diese Situation ist für den Welpen so spannungsgeladen, dass er seine Blase nicht mehr kontrollieren kann. Besonders wenn er vor der Ankunft des Besuchs eine Weile nicht draußen war oder geschlafen hat. Am besten begrüßen Sie in den ersten Tagen den Besuch mit dem Welpen vor der Haustür, wo er ausweichen und sich problemlos entleeren kann. Bitten Sie Besucher, sich nicht direkt über den kleinen Hund zu beugen (schon gar nicht, wenn es sich um mehrere Personen gleichzeitig handelt). Und bitte nehmen sie diesen Hinweis nicht zum Anlass, den Welpen bei jeder ungewohnten Situation oder erkennbarem Meideverhalten auf den Arm zu nehmen. Er muss lernen, sich den von Ihnen angebotenen Situationen zu stellen und selbst damit klar zu kommen, ansonsten wird er ein Angsthase.

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Und für alle, die immer noch an den Weihnachtsmann glauben: Nie, niemals erreicht man eine Stubenreinheit, wenn man die Nase des Hundes in seine Exkremente stößt. Das ist nichts anderes als Tierquälerei, denn der Hund versteht nur Strafe und weiß nicht, wofür.

Viel Erfolg !